Extrakonzert II
Sonntag, 17. September 2017, 11 und 17 Uhr

Hören und Sehen: Apenzeller Balkan Stubete

Goran Kovacevic

Appenzeller Echo
mit Josef Rempfler
Benjamin Rempfler
Walter Neff

Zusatzkonzert 17 Uhr
Karten über Kästchen links bestellen
oder Tel. 044 780 11 35

Das Konzert um 11 Uhr ist ausverkauft!

„Appenzeller Balkan Stubete” ist eine verbale Neuschöpfung und bringt Klänge aus dem Balkan in die Appenzeller Stuben, verbindet verschiedene Melodie-Charaktere und Rhythmen und spiegelt dadurch unterschiedliche, aber auch gleichgerichtete Mentalitäten der ländlichen Bevölkerung – die auch die urbanen Kreise erreicht hat.

Goran Kovacevics Familie kommt aus dem Balkan, das verrät der Name überdeutlich, aber er ist 1971 in Schaffhausen geboren, begann schon im Alter von sechs Jahren mit dem Unterricht auf dem Akkordeon – bei seiner Mutter Mara – und war damit gut vorbereitet für sein Studium am Konservatorium Winterthur und an der Hochschule für Musik in Trossingen. Meisterkurse in Salzburg, Florenz, Moskau, Weimar und Toronto ergänzten seine künstlerische Ausbildung. Er tritt in verschiedenen Stilen (Klassik, Neue Musik, Folklore, Jazz und Tango Nuevo) als Solist auf oder in sinfonischen Werken und Opern, wo das Akkordeon besetzt ist, ausserdem unterrichtet er seit 15 Jahren als Professor für Akkordeon und Kammermusik am Landeskonservatorium in Feldkirch. Arbeit ist heute genug da, seit das Akkordeon allseits anerkannt ist; bisher hat er 42 CD‘s veröffentlicht.

Goran Kovacevic vergibt auch Aufträge an Komponisten und arrangiert vorhandene Musik für sich und für jene, die mit ihm auftreten, zum Beispiel für das „Quinteto Nuevo del arco“, mit dem er bei den Rapperswiler Schlosskonzerten im Juni 2013 unter dem Titel „Alles Tango – oder was?” musiziert hat. Als das gleiche Programm zuvor in der „Ziegelhütte” in Appenzell über die Bühne gegangen war, sang der Rezensent des „Appenzeller Volksfreund” ein grenzüberschreitendes Loblied auf das Ensemble: „Liebliche Melodien standen in hartem Kontrast zu messerscharfer Dramatik, Pizzicati, schwelgerische Seufzerbögen und perkussiv genutzte Klangkörper erzählten von archaischen Gefühlen: dolce, caliente, intenso (süss, warm, intensiv). Zum Weinen schön spielten das Quintett und Goran Kovacevic die Dualität von Schmerz, Verzweiflung, trotziger Lebenslust und Hingabe”.

Damit wurde wirkungsvoll vorgespurt für das neue Projekt: Diesmal spielt Goran Kovacevic mit dem „Appenzeller Echo”, das sich mit Violine, Bass und Hackbrett ausgezeichnet mit seinem Akkordeon in Dialog setzt. Die Gebrüder Josef und Benjamin Rempfler haben dieses Ensemble vor genau 20 Jahren gegründet, beide sind Landwirte, im Nebenberuf Musiker; der Koch Walter Neff gesellt sich mit Bass dazu.

Zusammen zünden sie ein musikalisches Feuerwerk und nutzen die enormen Ausdrucksmöglichkeiten der jeweiligen Volksmusik, von traditioneller Streichmusik, Naturjodel mit Talerschwingen, Neukompositionen, Volksmusik aus Osteuropa und diversen Teilen Europas bis zu Jazz und freien Improvisationen mit Raum für Veränderungen und Neuerungen. Dies ermöglicht es ihnen, einen grossen musikalischen Bogen zu spannen!

Jakob Knaus