Doric String Quartet

"Haydn und Mendelssohn"

Mit «Vivace assai» ist der 1. Satz von Joseph Haydns B-Dur Quartett op. 64 überschrieben und so beginnt es lebhaft, tänzerisch mit vielen lyrischen Seitenblicken. Im folgenden Adagio dialogisieren Violinen und Cello in einem getragenen, fast melancholischen Zwiegespräch und das Menuett als dritter Satz verheisst mit lebhaftem Auftakt viel Abwechslung. Ein höfischer Tanz das Menuett, welches allerdings die Tanzkünste der meisten Laientänzer trotz ganz volkstümlicher Zwischentöne deutlich überfordern würde. Dies insbesondere, weil das Doric String Quartett im gut besetzten Rittersaal mit seinem äusserst präzisen und lebendigen Spiel jede kleinste Feinheit in Tempo und  Gestaltung sorgfältig herausarbeitete. Mit so viel Können und vor allem so viel Spielfreude vorgetragen, ist Haydns Musik weit mehr als nur ein angenehmer Ohrenschmeichler. Sie ist hin- und mittreissend.

Felix Mendelssohns Quartett Nr. 6 eröffnet mit einer farbenreichen musikalischen Kaskade. In kräftigem Fortissimo stürzt der Anfang regelrecht über die Zuhörer herein. «Presto» ist der Bezeichnung des 1. Satzes beigefügt und so beginnt das Werk stürmisch und eruptiv. Auch hier zeigten sich Alex Redington und Jonathan Stone, Violinen, Hélène Clément mit der Viola und der Cellist John Myerscough von ihrer besten Seite. Erst im Adagio des dritten Satzes beruhigt sich der Vortrag, doch auch hier scheint unter der Oberfläche des Schönen eine Unruhe zu schwingen und so weist der unstete Herzschlag dieser Musik auf den dramatischen Schluss hin, der den Musikern auch nochmals die Gelegenheit gibt, ihr stupendes Zusammenspiel unter Beweis zu stellen. Beim Spiel des Doric String Quartett sass jeder Ton wo er hin gehörte, jeder Einsatz war perfekt, so dass man sich als Zuhörer ganz dem Musikgenuss hingeben konnte.

Tobias Humm

Rubrik:

Datum:
21. Januar 2018

Wo:
Schloss Rapperswil

Zeit:
17.00 Uhr

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