Extrakonzert I

"The Big B's"

Ondrej Janoska, Violine
František Janoska, Klavier
Roman Janoska, Violine
Julius Darvas, Kontrabass

Bach, Beethoven, Brahms, Bartók, Bernstein, Brubeck Improvisation – also etwas ohne Vorbereitung, aus dem Stegreif darzubieten – war bis zu Zeiten eines Johannes Brahms noch unumstössliches Markenzeichen der grossen Meister. Heute ist diese Disziplin fast in Vergessenheit geraten, denn: War das „freie Musizieren” früher noch eine Fertigkeit, die jeder hervorragende Musiker beherrschte, ja regelrecht beherrschen musste, so verdrängt heute die geforderte Präzision im Konzertalltag, möglicherweise aber auch mangelnder Mut vor dem notenfreien Spielen diese Fähigkeit. Mit „The Big B’s” präsentiert das Janoska Ensemble die Musik jener Komponisten, die diese Disziplin meisterlich beherrschten: Bach, Beethoven, Brahms – allesamt „Schutzheilige” und Vorbilder des Janoska Ensemble.

Was liegt also näher, das neue Album nach diesen B’s zu benennen und gleichzeitig nach anderen B’s Ausschau zu halten: Mit Bartok, Bernstein und Brubeck waren sehr schnell andere B’s gefunden, die sich hier gleichrangig unter dem Titel „The Big B’s” einordnen lassen. 2020 war „Beethoven-Jahr” und in Verneigung vor diesem grossen Komponisten werden sämtliche 9 Symphonien in einem einzigen Werk zu Gehör gebracht. Wie das geht? Das Janoska Ensemble arrangierte alle Symphonien in ein neunminütiges Medley um, kurz: „9 Symphonies in Nine Minutes”... Das Janoska Ensemble lässt aber auch anderen „Big B`s” Platz: So werden die „Rumänischen Volkstänze” – Béla Bartóks geniale Transkription aus der Volksmusik Siebenbürgens – neben dem d-Moll Doppelkonzert von J. S. Bach (in einer nie gehörten „Klassik meets Jazz”-Version) sowie Hits von Dave Brubeck („Blue Rondo à la Turk”) oder Johannes Brahms' (Ungarischer Tanz Nr. 1) ebenso zu hören sein wie eine gross angelegte Bearbeitung von Leonard Bernsteins energiegeladener Candide-Ouvertüre...

Selbstverständlich dürfen auch bei diesem Album eigene Stücke aus dem Laboratorium der Janoska-Kompositions-Werkstatt nicht fehlen: Romans „Buenos días, Marco!”, Ondrejs „Bagatelle pour Va-Le”, Františeks „Bellissima Naomi” oder eine Hommage an Beethovens wohl berühmtestes Thema „Für Elise” – alles im „Janoska Style”.

Der „Janoska Style” ist eine neue, gemeinsam geschaffene musikalische Vision, die – basierend auf Klassik – eine Verknüpfung von Jazz und anderen Stilelementen herstellt; dazu gesellt sich als vielleicht wichtigster Bestandteil des gemeinsamen Musizierens die vergessene Kunst der Improvisation. So entsteht eine neue, nie da gewesene Synergie, quasi eine Brücke zwischen Original und moderner Interpretation neben einer Fusion aus Improvisation und Kreativität: im „Janoska Style”.

Deshalb trägt die mit Gold ausgezeichnete Debüt-CD auch den Titel „Janoska Style” (Deutsche Grammophon 2016). Das 2019 erschienenes Album „Revolution” steht ebenso kurz vor Gold. Und nun ist das dritte Album „The Big B’s” im „Janoska Style” erschienen: Jede Nummer ein Unikat und unwiederbringlich der Einzigartigkeit des Moments geschuldet.

Rubrik:

Datum:
25. Juni 2023

Wo:
Heubühnen-Saal

Zeit:
11.00 Uhr

Preis:
VV/TK: CHF 50.–

Künstler: