Sehr verehrte Konzertbesuchende, liebe Musikfreunde

Mit dem Extrakonzert III ist die 29. Saison der Neuguet Konzerte zu Ende gegangen. Das Davidoff Trio hat mit seinem fulminanten Auftritt einen würdigen Schlusspunkt gesetzt – wir sind glücklich, nach zwei Jahren Pandemie wieder den Anschluss an 2019 geschafft zu haben.

Brita Ostertag und Philipp Bachofner

Bestnoten für das Davidoff Trio

Leise wie dürres Laub fielen die ersten Klänge bei Claude Debussys Klaviertrio aus dem Flügel, Geige und Cello setzten ein, die Musik umfing einem wie laue Herbstluft. In Debussys Werkkatalog erscheint das Trio als Jugendwerk, allerdings ist es ein sehr reifes. Jung waren auch die ausführenden Musiker des Trio Davidoff, Yona Sophia Jutzi am Klavier, der Geiger Johannes Wendel und Christoph Lamprecht am Cello. Jung sind sie und eine reife Leistung erbrachten auch sie. Der zweite Satz bei Debussy begann mit frischen Pizzicati, eine frohe und tanzbare Musik, das folgende Andante träumerisch, schwelgerisch, den impressionistischen Debussy der späten Jahre wie auch das abschliessende Finale in seiner Leidenschaftlichkeit vorwegnehmend.

Bei Franz Schuberts Trio Opus 99 fächerte die Pianistin die verschiedenen musikalischen Ebenen elegant auseinander und führte im Dialog mit ihren Mitmusikern das Konzert im Sinne der grossen Gefühle weiter. Schubert lässt darin nichts aus, was das Herz bewegt und das Trio Davidoff – man soll sich den Namen nur gut merken – verdiente sich bei dieser Aufgabe Bestnoten. Bevor ein leuchtendes Final das Stück beschliesst, lässt die Komposition die drei Instrumente noch einmal dialogisieren, als würden sie die musikalische Erzählung ein weiteres Mal durchdenken.

Tobias Humm